Berlin, 27. Februar 2019. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland im Straßenverkehr 3265 Personen getötet. Gegenüber 2017 stieg die Zahl der Getöteten damit um 85 Personen oder knapp drei Prozent. Die Bundesregierung muss jetzt die politische Verantwortung für das massenhafte Töten und Sterben übernehmen.

Die Bundesregierung hatte sich im Verkehrssicherheitsprogramm 2011 zum Ziel gesetzt, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten von 3648 Personen 2010 bis 2020 um 40 Prozent auf 2189 Getötete zu senken. Würde die Bundesregierung dieses Ziel konsequent verfolgen, so hätten 2018 maximal 2189 Menschen getötet werden dürfen.

Zur Vorbereitung des Verkehrssicherheitsprogramms erstellte der wissenschaftliche Beirat beim Bundesverkehrsministerium (damals Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) ein umfangreiches Gutachten mit Empfehlungen. Diese flossen nur zum Teil in das Verkehrssicherheitsprogramm ein.

“Das Gutachten beweist: Es gibt keinerlei Erkenntnisproblem für die Senkung der Zahl der Getöteten, Schwerverletzten und Zusammenstöße. Das Gutachten nicht umzusetzen ist eine bewusste Entscheidung der Bundesregierung gewesen, deswegen ist sie auch direkt für die Getöteten verantwortlich zu machen!” so Frank Masurat vom Personenbündnis Mahnmal Verkehrstote.

Das Personenbündnis für ein zentrales Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland für die im Straßenverkehr Getöteten fordert die Bundesregierung sowie die Koalitionsfraktionen im Bundestag auf, sich klar zur politischen Verantwortung für die Vision Zero zu bekennen. Die Vision Zero ist hierbei als strategische Handlungsleitlinie zu verstehen, die keinerlei Abwägung zu Ungunsten der Verkehrssicherheit zulässt und konkrete Reduktionsziele bei der Zahl der schweren Personenschäden im Straßenverkehr verfolgt.

“Vision Zero bedeutet, jeden Tag zu handeln statt am Sonntag zu schwafeln. Der Skandal tausender Getöteter muss stärker thematisiert werden. Hierfür brauchen wir ein klares Bekenntnis zu einem zentralen Mahnmal als sichtbaren Ausdruck, dass die Zeit der Sonntagsreden zur Verkehrssicherheit vorbei ist und jetzt gehandelt wird”, so Denis Petri vom Personenbündnis Mahnmal Verkehrstote.

Onlinepetition für ein zentrales Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland für die im Straßenverkehr Getöteten: https://change.org/mahnmal-verkehrstote

Kontakt für Presseanfragen: Denis Petri, denis.petri@mahnmal-verkehrstote.de, 0176-57722532

Weiterführende Links:

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts zur Zahl der 2018 im Straßenverkehr Getöteten vom 27. Februar 2019: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2019/02/PD19_069_46241.html

Gutachten des wissenschaftlichen Beirats beim BMVBS (heute BMVI) zur Vorbereitung des Verkehrssicherheitsprogramms 2011: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/wissenschaftlicher-beirat-gutachten-2010.pdf?__blob=publicationFile

Pressemitteilung zur Selbstverpflichtung der Bundesregierung auf die Vision Zero (17. Oktober 2018):  https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/weniger-tote-auf-deutschlands-strassen-1539338

Informationen über das Personenbündnis: www.mahnmal-verkehrstote.de

Texte der Petitionen an den Deutschen Bundestag und das Berliner Abgeordnetenhaus: www.mahnmal-verkehrstote.de/petitionen

Diese Pressemitteillung im Onlinebereich der Website: www.mahnmal-verkehrstote.de/pressemitteilungen

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Über das Personenbündnis Mahnmal Verkehrstote: Das Personenbündnis konstituierte sich im Dezember 2018 aus Einzelpersonen, die nicht länger hinnehmen möchten, dass systematisch der Tod tausender Menschen im Straßenverkehr weiterhin bagatellisiert und akzeptiert wird. Das Personenbündnis wird von Einzelpersonen getragen. Teilweise sind diese haupt- oder ehrenamtlich für Organisationen tätig sind, die sich für die Verkehrswende einsetzen. Das Personenbündnis handelt politisch aber überparteilich.