Pressemitteilung

Über 700.000 Tote sind genug – Personenbündnis für einen zentralen Gedenkort der Bundesrepublik für die im Straßenverkehr Getöteten

Berlin, 07. Januar 2019. Seit der Gründung der Bundesrepublik wurden mehr als 700.000 Menschen im Straßenverkehr getötet. Das Personenbündnis für ein Mahnmal für die Verkehrstoten fordert ein zentrales Mahnmal gegenüber des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

In wenigen Wochen werden die Zahlen der 2018 im Straßenverkehr Getöteten veröffentlicht. Erste Schätzungen weisen darauf hin, dass mehr Getötete als im Vorjahr zu beklagen sein werden. Mit über 700.000 Getöteten seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde in den vergangenen knapp 70 Jahren die Bevölkerung einer ganzen Großstadt durch den Straßenverkehr ausgelöscht.

„Zehn Getötete pro Tag, über 3000 pro Jahr, und alle nur Zahlen in der Statistik. Damit muss Schluss sein. In Berlin und im Bund haben sich die Regierungen der „Vision Zero“, also der Reduktion der schweren Personenschäden und Verkehrstoten auf Null als Planungsleitlinie verständigt. Ein zentrales Mahnmal ist dazu ein wichtiger Schritt, um Bewusstsein zu schaffen und Verantwortung anzuerkennen“, so Frank Masurat, Mitbegründer*in des Personenbündnisses Mahnmal-Verkehrstote.

Zwar werden die Getöteten jedes Jahr aufs Neue ausgiebig bedauert, aber dennoch scheint es, dass die Verantwortlichen in der Politik den jährlichen Blutzoll akzeptieren, um das automobile Verkehrssystem am Leben zu erhalten. Dies ist zynisch und den Angehörigen der Getöteten bleibt nur die private Trauer. Die Getöteten werden als Unfallopfer dargestellt und der Unfalltod als Folge persönlichen Fehlverhaltens oder technischen Versagens im Einzelfall bagatellisiert.

„Es sind tausende Einzelfälle pro Jahr. Auch wenn niemand die Getöteten will, so liegt doch die Verantwortung für das Gesamtsystem, das jährlich mehrere tausende Tote produziert, im Bundesverkehrsministerium. Diese Verantwortung nicht wahrzunehmen, ist nicht nur falsch sondern schäbig und unanständig!“ so Denis Petri, Mitbegründer*in des Personenbündnisses.

Das Personenbündnis Mahnmal für die Verkehrstoten fordert ein zentrales Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland für die im Straßenverkehr Getöteten gegenüber dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Es soll ein zentraler Trauerort geschaffen werden, der sich in räumlicher Nähe zum verantwortlichen Ministerium befindet. Den Getöteten soll in einer Art und Weise gedacht werden, die klar die Verantwortung der Bundesregierung anerkennt.

„Wie den im Einsatz getöteten Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr muss auch den im Straßenverkehr Getöteten zentral gedacht werden. Wie bei den Soldatinnen und Soldaten will zwar niemand deren Tod, allerdings wird er als notwendig erachtet und somit in Kauf genommen. Die Bundesregierung muss sich mit dem Mahnmal zu ihrer Verantwortung bekennen, wenn sie den mörderischen Autoverkehr weiterhin so beibehalten will, und Andreas Scheuer und seine Mitarbeiter*innen müssen jeden Tag an ihre Verantwortung erinnert werden“, fordert Yvonne Hagenbach, Mitbegründerin des Personenbündnisses.

Das Personenbündnis hat heute entsprechende Petitionen an den Petitionsausschüsse des Deutschen Bundestages und des Berliner Abgeordnetenhauses gerichtet, sowie eine Onlinepetition gestartet.

Kontakt für Presseanfragen:

Denis Petri, kontakt@mahnmal-verkehrstote.de, 0176-57722532

Weiterführende Links:

Informationen über das Personenbündnis: www.mahnmal-verkehrstote.de

Texte der Petitionen an den Deutschen Bundestag und das Berliner Abgeordnetenhaus: www.mahnmal-verkehrstote.de/petitionen

Diese Pressemitteillung im Onlinebereich der Website: http://mahnmal-verkehrstote.de/pressemitteilung-mahnmal-verkehrstote-2019-januar-07/

Link zur Onlinepetition bei change.org

Facebook: https://www.facebook.com/MahnmalVerkehrstote

Twitter: https://www.twitter.com/verkehrstote

Über das Personenbündnis Mahnmal Verkehrstote: Das Personenbündnis konstituierte sich im Dezember 2018 aus Einzelpersonen, die nicht länger hinnehmen möchten, dass systematisch der Tod tausender Menschen im Straßenverkehr weiterhin bagatellisiert und akzeptiert wird. Das Personenbündnis wird von Einzelpersonen getragen. Teilweise sind diese haupt- oder ehrenamtlich für Organisationen tätig sind, die sich für die Verkehrswende einsetzen. Das Personenbündnis handelt politisch aber überparteilich.